Musik zu Tanz und Tafel

 

Musik des 16. und 17. Jahrhunderts von Thomas Simpson, Matthew Locke, Henry Purcell und Heinrich Ignaz Franz Biber

 

Programm

 

Thomas Simpson (1582 - 1626)

aus dem Taffel-Consort (1621)

Paduan – Ballet – Male-Content - Aria John Dowland (1563 – 1626) - Aria Robert Bateman (17. Jh.)

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Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704)

aus Mensa sonora (1680): Pars III

Gagliarda (Allegro) – Sarabanda – Aria – Ciacona – Sonatina

 

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Matthew Locke (1621-1677?)

aus Consort of Four Parts: Suite V

Fantazie – Courante – Ayre – Sarabande

 

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Henry Purcell (1659-1695)

Chaconne Two in one upon a Ground (1690)

 

Im England des 17. Jahrhunderts war Broken Consort die Bezeichnung für ein gemischtes Ensemble, bestehend aus Blas-, Streich- und Zupfinstrumenten. Im Gegensatz dazu war Whole Consort der Name für ein Ensemble, das aus Instrumenten der gleichen Familie bestand, wie zum Beispiel ein reines Blockflöten- oder reines Gambenensemble.

Zur Aufführung in unserem Programm gelangen unter anderem Bearbeitungen von Liedern und Tänzen aus den Sammlungen Taffel-Consort und Mensa sonora / Klingende Tafel. Diese enthalten Musikstücke, die sowohl bei weltlichen Banketten als auch in Klöstern während der Mahlzeiten zur Unterhaltung gespielt wurden.

Die Stücke aus dem Taffel-Consort wurden vom Engländer Thomas Simpson zusammengetragen und stammen zum Teil von ihm selbst und zum Teil von anderen Komponisten.

Die Kompositionen des böhmisch-österreichischen Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber sind sowohl in höfischem als auch in kirchlichem Zusammenhang entstanden. Die kurzen Sätze aus Mensa sonora sind einem Erzbischof gewidmet, was möglicherweise auch auf den Gebrauch in kirchlichem Umfeld hindeutet.

Der englische Komponist Matthew Locke schrieb unter anderem Schauspielmusiken in Form der sogenannten Masques. Hierbei handelt es sich um musikalische Zwischenspiele, die die Handlung auf zum Teil witzige Art kommentieren. Auch bei seiner Consortmusik überrascht er immer wieder mit unerwarteten Wendungen, Chromatik und Dissonanzen. Mit seinem unkonventionellen Kompositionsstil wird er sogar zum Vorbild für den jungen Henry Purcell, dessen Chaconne Two in one upon a Ground aus seiner Oper Dioclesian zum Abschluss unseres Programms erklingt. Es handelt sich dabei um einen Kanon über einer immer wiederkehrenden Basslinie, in der englischen Musik als Ground bezeichnet.